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Blasenentzündung

Harnwegsinfektionen – ein brennendes Thema!

Fr. Dr. Silke Leidl gibt Tipps und wissenswerte Hintergrundinformationen zu diesem „brennenden“ Thema!

Häufiges Wasserlassen, Brennen beim Urinieren, Unterbauchschmerzen bis hin zu sichtbarer oder unsichtbarer Blutbeimengung im Urin, vielen Leserinnen werden diese Beschwerden bekannt vorkommen.

Während bei Männern Harnwegsinfektionen häufiger im fortgeschrittenen Lebensalter und bei beginnender Abflussbehinderung durch eine Vergrößerung der Prostata auftreten, sind Frauen oft schon in jungen Jahren von Entzündungen der Harnblase, manchmal auch der Nieren betroffen.

Infektionen der Harnwege (Harnröhre, Harnblase, Harnleiter und Nieren) gehören zu den häufigsten Infektionen in der ärztlichen Praxis. Schon 7,6 Prozent der Mädchen und immerhin 1,6 Prozent der Jungen erkranken bis zum Schuleintritt einmal an einem symptomatischen Harnwegsinfekt. 50 bis 60 Prozent aller Frauen berichten über mindestens eine Harnwegsinfektion in ihrem Leben, wobei es sich zum überwiegenden Anteil um relativ harmlose Blasenentzündungen handelt.

Die meisten Infektionen werden durch Darmkeime verursacht, die vom After in die Harnwege verschleppt werden, sich dort unter gewissen Bedingungen vermehren können und Beschwerden verursachen. Durch die kürzere Harnröhre und die anatomische Nähe zwischen Harnwegen, Scheide und After sind wir Frauen leider deutlich häufiger betroffen als Männer. Zusätzlich begünstigen hormonelle Faktoren in Schwangerschaft und Wechseljahren die Infektbildung. Auch Menschen mit Zuckerkrankheit oder einer Immunschwäche sowie Dauerkatheterträger sind deutlich häufiger betroffen. Krankheiten der Harnwege wie Verengungen der Harnröhre oder Harnleiter, Nieren oder Blasensteine sowie eine vergrößerte Vorsteherdrüse können Infektionen begünstigen.

Wenn Beschwerden auftreten…

…, haben die Krankheitserreger die Schleimhaut der unteren Harnwege bereits besiedelt und dort Schaden angerichtet. In vielen Fällen sind die Symptome so unangenehm, dass man nicht umhin kommt einen Arzt aufzusuchen, der in den meisten Fällen ein Antibiotikum und ein schmerzstillendes und krampflösendes Medikament verordnen wird. Bei Auftreten von Fieber, Flankenschmerzen oder allgemeinem Krankheitsgefühl sollte sofort ein Arzt bzw. eine urologische Fachabteilung aufgesucht werden. Männer mit Zeichen einer Harnwegsinfektion sollten sich umgehend in urologische Behandlung begeben, das gleiche gilt bei fieberhaften Infekten im Kindesalter und wenn Sie an immer wiederkehrenden Infektionen leiden. In diesem Fall muss eine genaue urologische Abklärung mit Röntgendarstellung der Harnwege und einer Blasenspiegelung erfolgen, um der Ursache auf den Grund zu gehen und zusätzliche Erkrankungen oder Fehlbildungen der Harnwege auszuschließen.

Nach einer abgeheilten Infektion ist die Schleimhaut der Harnwege noch über Wochen geschwächt und anfällig für neuerliches Eindringen von Krankheitserregern. Zur Vorbeugung neuerlicher Infektionen und um Ihre Harnwege gesund zu erhalten sollten Sie reichlich trinken (ca. 2l Flüssigkeit pro Tag) und die Blase regelmäßig entleeren.

In den letzten Jahren konnten zahlreiche Untersuchungen…

… den schützenden Effekt von Cranberryprodukten (großfrüchtige Moosbeere, Heidekrautgewächs, Verwandte unserer Wildpreiselbeere) auf die Harnwege belegen. Die Pflanzeninhaltstoffe können einerseits den Harn ansäuern und ein für Bakterien unangenehmes Milieu schaffen, andererseits hindern sie die Bakterien daran sich an der Schleimhaut der Harnwege festzusetzen und schützen so die Schleimhaut. Der regelmäßige Verzehr von Cranberryprodukten kann so die Häufigkeit und Dauer von Harnwegsinfektionen verringern, den Heilungsprozess beschleunigen und neuen Infektionen vorbeugen. Auch eine intakte Scheidenflora schützt vor Infekten der Harnwege, deshalb sollte man auf eine übertriebene Intimhygiene mit seifenhaltigen Produkten verzichten und lieber auf geeignete Intimpflegeprodukte zurückgreifen, die das saure Scheidenmilieu nicht stören, bei Bedarf kann man die Körpereigene Immunabwehr auch mit Produkten unterstützen, die bestimme Stämme von Milchsäurebakterien enthalten. Ihr(e) ApothekerIn berät Sie sicher gerne und hilft Ihnen bei der richtigen Produktauswahl.

Ihre Dr. Silke Leidl
Fachärztin für Urologie